Ratgeber

Neutralisieren, abbauen, im Gleichgewicht leben: die drei Schritte

Wie lange eine Säure-Basen-Kur nach meiner Methode dauert — und warum ich sie nicht Diät nenne

Drei Schalen auf dem Küchentisch: Kartoffeln mit Zucchini, bunter Salat mit Beeren, Brot mit Gemüsesuppe – die drei Schritte der Methode

Wie lange eine Säure-Basen-Kur nach meiner Methode dauert — und warum ich sie nicht Diät nenne

Die häufigste Frage, die mich erreicht, lautet nicht «Was darf ich essen?», sondern «Wie lange muss ich das machen?». Ich verstehe die Frage, aber sie hat einen Denkfehler: Sie geht davon aus, dass es ein Ende gibt, nach dem alles wieder wie vorher wird. Das gibt es bei mir nicht. Es gibt drei Schritte, und der dritte hört nicht auf.

Die Kurzfassung: Erster Schritt, 14 Tage Neutralisation — der Körper wird entlastet, keine konzentrierten Kohlenhydrate, nur basische Früchte, Salate und Gemüse. Zweiter Schritt, sechs bis acht Wochen Abbau — jetzt löst der Körper alte Depots, die Auswahl wird grösser. Dritter Schritt, Leben im Gleichgewicht — du darfst alles essen, aber im richtigen Verhältnis: nicht mehr als jede vierte Hauptmahlzeit mit konzentrierten Kohlenhydraten, und immer 70 % Basen zu 30 % Säuren.

Reset heisst zurückstellen, nicht hungern

Reset — den kleinen Knopf am Gerät kennt jeder. Damit stellst du alle Funktionen auf die Werkeinstellung zurück. Der Körper hat diesen Knopf nicht. Aber er hat etwas Ähnliches: Sobald er über mehrere Tage mehr Basen als Säuren bekommt, schaltet er von Speichern auf Loslassen um. Das ist mein «Reset». Es funktioniert nicht auf Knopfdruck, aber es funktioniert viel einfacher, als die meisten glauben — und ohne dass du hungern musst. Im Gegenteil: Wer bei mir hungrig ins Bett geht, hat etwas falsch gemacht.

Erster Schritt: 14 Tage Neutralisation

Die ersten zwei Wochen sind so gebaut, dass dem Körper drei Dinge erspart bleiben: Säure, säurebildende Kohlenhydrate und synthetische Zusatzstoffe. Alles, was du isst, kann praktisch vollständig verdaut werden. Die Kombinationen sind basenüberschüssig, sie bilden im Stoffwechsel wenig Abfall.

Konkret: Am Morgen Frucht mit Sahne, ab und zu ein Ei. Am Mittag Salat und eine Eiweissspeise, dazu Kartoffeln. Am Abend eine Kartoffelspeise mit Gemüse oder die Basensuppe. Zwischendurch eine Banane. Erlaubt sind in dieser Phase nur die süssen, basischen Früchte — Äpfel, Birnen, Bananen, Melonen, Papaya, Feigen — und die basischen Gemüse. Keine Tomaten, kein Spinat, keine Beeren, keine Zitrusfrüchte. Sie kommen später, wenn der Körper Säuren wieder abpuffern kann.

Erfahrungsgemäss halten die meisten Menschen zwei bis vier Wochen ohne Brot, Teigwaren, Reis und Zucker problemlos durch. Ich habe die Details dazu in einem eigenen Artikel beschrieben: Die ersten 14 Tage.

Woran du merkst, dass der erste Schritt geschafft ist: Ich lasse meine Leserinnen am Tag vor dem Start und nach den 14 Tagen den Urin messen, fünfmal über den Tag, mit Indikatorstäbchen aus der Apotheke. Der Morgenurin darf sauer sein, denn nachts baut der Körper am meisten Säure ab. Die zweite und die vierte Messung — drei Stunden nach dem Frühstück, drei Stunden nach dem Mittagessen — müssen nach 14 Tagen im basischen Bereich liegen, also bei pH 7 oder höher. Wenn nicht, wiederholst du die erste Woche. Nach vier Wochen sollten die Werte stimmen.

Zweiter Schritt: sechs bis acht Wochen Abbau

Gratuliere — jetzt beginnt der eigentliche Abbau. Der Körper hat die Grundvoraussetzung, alte Depots loszulassen, und du hast zwei Möglichkeiten.

Der schnelle Abbau: Du lässt weitere sechs bis acht Wochen alle konzentrierten Kohlenhydrate weg. Das ist die Variante, die ich fast immer empfehle, weil ich in meiner Praxis immer wieder gesehen habe, dass sie den grössten Erfolg bringt. Der Grund ist einfach: Nur an Tagen, an denen du keine konzentrierten Kohlenhydrate isst, findet ein Abbau statt.

Der langsame Abbau: Du erlaubst dir höchstens jeden dritten Tag eine Speise mit Brot, Reis oder Teigwaren — immer mit zwei Dritteln basischem Gemüse, ohne Fett, hauptsächlich am Mittag. An diesen Tagen baust du nichts ab, aber du baust auch nichts Neues auf. Diese Variante ist für Menschen gedacht, denen der Verzicht über Wochen schwerfällt. Ich sage es offen: Sie dauert länger.

Was in beiden Varianten neu dazukommt, ist die Auswahl. Ab jetzt sind Beeren, Trauben, Mango, Aprikosen erlaubt, Tomaten, Rettich, Chicorée, Spinat, Spargel, Peperoni, alle Pilze, Bohnen. Ich empfehle diese Sorten bewusst erst jetzt, weil sie teilweise Oxal- oder andere Säuren enthalten. In einer ausgeglichenen Bilanz kann der Körper das neutralisieren. In der Neutralisationsphase noch nicht.

Wie lange der zweite Schritt dauert, hängt davon ab, wie lange du vorher anders gelebt hast. Je älter du bist und je älter deine Gewohnheiten sind, desto länger braucht es. Meine Faustregel, die ich meinen Leserinnen mitgebe: Solange du am Morgen eine belegte Zunge hast, solltest du weiter lösen und abbauen.

Dritter Schritt: Leben im Gleichgewicht

Theoretisch wären die Kombinationen der ersten beiden Schritte die ideale Ernährung. In der Praxis funktioniert das nur eine gewisse Zeit lang. Wer den Geschmack von frischem Brot kennt, von Rotwein, von einem guten Risotto, müsste ein Leben lang leiden. Das will ich nicht, und es ist auch nicht nötig.

Wenn du die Grundprinzipien verstanden hast, kannst du alles essen und trinken — in einem Mengen- und Mischverhältnis, das deinem Körper entspricht. Meine Regel dafür: Nicht mehr als jede vierte Hauptmahlzeit enthält konzentrierte Kohlenhydrate. Nach einer solchen Mahlzeit keine Zwischenmahlzeit. Und wenn das Abendessen aus Pasta bestand, gleichst du am nächsten Morgen aus: nur ein gekochtes Ei, eine Frucht gegen neun Uhr.

Wie viel du verträgst, musst du selbst herausfinden. Vielleicht zweimal Brot und einmal Pasta pro Woche. Vielleicht dreimal Brot und zweimal Pasta. Ich rate, sich Wochenpläne zu machen und vor allem das einzubauen, worauf du am wenigsten gern verzichtest. So findest du dein Mass — und das ist dann dein Mass, nicht meines.

Ein- bis zweimal im Jahr die ersten 14 Tage wiederholen, das hält den Körper in Form. Ich selbst mache das seit Jahrzehnten so.

Was man mir entgegenhält

Die Ernährungswissenschaft sagt: Der Körper reguliert seinen Säure-Basen-Haushalt selbst, über Nieren und Atmung, und eine gesunde Person kann sich nicht «übersäuern». Eine «Entsäuerungskur» sei deshalb nicht nötig.

Ich habe meine Methode nicht gegen die Wissenschaft entwickelt, sondern mit Menschen. Was ich beobachte, ist dies: Der Körper puffert Säuren tatsächlich — aber er tut es mit Mineralstoffen, und die muss er irgendwoher nehmen. Ob man das nun «Übersäuerung» nennt oder anders, ist mir am Ende egal. Was zählt, ist, was nach 14 Tagen passiert. Und das kann jeder selbst prüfen, mit Indikatorstäbchen für ein paar Franken.

Dein erster Schritt

Leg einen Messtag ein, bevor du anfängst. Dreimal essen, fünfmal messen, Werte notieren. Dann starte mit den 14 Tagen. Nach zwei Wochen misst du nochmals. Der Vergleich der beiden Kurven sagt dir mehr als jede Waage.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Säure-Basen-Kur nach BodyReset? 14 Tage Neutralisation, dann sechs bis acht Wochen Abbau. Danach lebst du im Gleichgewicht — das ist keine Kur mehr, sondern eine Ernährungsweise.

Muss ich in den ersten 14 Tagen wirklich ganz auf Brot verzichten? Ja. An Tagen mit konzentrierten Kohlenhydraten stellt der Körper nicht auf Loslassen um. Ab dem zweiten Schritt kannst du beim langsamen Abbau jeden dritten Tag eine Ausnahme machen.

Was ist die Neutralisationsphase? Die ersten 14 Tage, in denen der Körper nur leicht verdauliche, basenüberschüssige Lebensmittel bekommt. Ziel ist, dass die Urinwerte drei Stunden nach den Mahlzeiten im basischen Bereich liegen.

Wie oft soll ich den Urin messen? Am Tag vor dem Start und nach den ersten 14 Tagen. Täglich zu messen ist sinnlos, die Werte schwanken wie Ebbe und Flut.


Quellen: Jacky Gehring, «BodyReset – Das Erfolgsprogramm», Einleitung (S. 6), Erster Schritt: Neutralisation (S. 79–91), Messreihen (S. 82–84, 92), Zweiter Schritt: Schlacken abbauen (S. 92–101), Dritter Schritt: Leben im Gleichgewicht (S. 102–107), Ein Wort zum Schluss (S. 122–123).

Die Menüpläne für alle drei Schritte, die Messtabelle und die Säure-Basen-Tabelle stehen im Erfolgsprogramm. Was in den ersten zwei Wochen genau auf den Teller kommt: Die ersten 14 Tage. Warum die Haut zu meiner Methode gehört: Basische Körperpflege. Wenn du heute anfangen willst: So startest du.