Ratgeber

Die ersten 14 Tage: so beginnst du mit BodyReset

Was in der Neutralisationsphase auf den Teller kommt, was nicht — und warum du dabei nie hungrig sein darfst

Küche mit Blick ins Grüne – eine Frau bereitet Kartoffeln, Salat und Gemüse zu

Was in der Neutralisationsphase auf den Teller kommt, was nicht — und warum du dabei nie hungrig sein darfst

Die meisten scheitern nicht an den 14 Tagen. Sie scheitern am dritten Tag, weil sie am ersten zu wenig gegessen haben. Das klingt seltsam für eine Ernährungsweise, mit der man abnimmt, aber es ist der Punkt, an dem ich am häufigsten korrigieren muss: Du machst keine Diät. Du lässt vierzehn Tage lang Brot, Teigwaren, Reis und Zucker weg — und isst dich an allem anderen satt.

Damit du sofort loslegen kannst, hier der Tag im Überblick: Morgens eine oder zwei basische Früchte mit vier Esslöffeln Sahne, nach Belieben ein Ei davor. Zweites Frühstück: dieselbe Frucht nochmals. Mittags grüner Blattsalat oder Gurkensalat mit einer Eiweissspeise — Ei, Käse, Fisch, Fleisch — und Kartoffeln. Zvieri: eine Banane. Abends eine Kartoffelspeise mit einem basischen Gemüse oder die Basensuppe. Dazu über den Tag mindestens zwei Liter stilles Wasser und basischen Kräutertee.

Iss dich satt — und geh nie hungrig ins Bett

Das ist die Regel, die ich meinen Leserinnen als Erste mitgebe. Wenn bei mir keine Mengen angegeben sind, heisst das: Iss, bis du satt bist. Du nimmst trotzdem ab, weil die konzentrierten Kohlenhydrate fehlen. Koch abends immer genug, und wenn du später nochmals Hunger hast, wärm eine Portion auf.

Der Grund ist nicht Grosszügigkeit, sondern Physiologie: Heisshunger auf Süsses, Brot oder Pasta geht fast immer mit einem instabilen Blutzucker einher. Wer die Butter zu den Kartoffeln und die Sahne zur Banane weglässt, ist in zwei Stunden wieder hungrig. Wer sie dazunimmt, ist drei bis vier Stunden satt. Nur wer satt ist, hat keine Fressanfälle.

Was erlaubt ist — und was noch nicht

In den ersten 14 Tagen bekommt der Körper nur, was er praktisch vollständig verdauen kann. Deshalb ist die Liste kürzer als später.

Früchte am Morgen: süsse, reife Äpfel, Birnen, Papaya, frische Feigen. Morgens, mittags und abends: Bananen, Honigmelone, Wassermelone. Alle Früchte schälen und entkernen — das schont die Verdauung.

Salate, nur mittags: alle grünen Blattsalate, Gurkensalat. Mittags und abends: Kartoffelsalat.

Gemüse, nur mittags: Weiss-, Grün-, Rot- und Rosenkohl, Auberginen, Pilze, Knollensellerie, Kohlrabi, Chinakohl. Mittags und abends: Kartoffeln, Avocado, Brokkoli, Blumenkohl, Champignons, Karotten, Zucchini. Gemüse immer schälen und dünsten.

Eiweiss, ein- bis zweimal täglich: Eier, Käse, Fisch, Huhn, Fleisch, Tofu oder Quorn nature. Eiweiss ist immer säurebildend, aber wir brauchen es — es ist der einzige erlaubte Säureanteil in diesen Wochen.

Fett: Butter, Sahne, kalt gepresste Öle, Mandeln.

Noch nicht dabei: Tomaten, Spinat, Spargel, Peperoni, Rettich, Beeren, Zitrusfrüchte, Kiwi, Mango, Trauben. Das sind keine schlechten Lebensmittel. Sie enthalten Frucht- oder Oxalsäure, und die soll der Körper erst wieder bekommen, wenn er sie abpuffern kann — ab der dritten Woche.

Und die Verbote, ohne die es nicht geht: keine konzentrierten Kohlenhydrate, also kein Brot, keine Teigwaren, kein Reis, kein Zucker, keine Hülsenfrüchte. Keine Halbfertig- und Fertigprodukte mit Zusatzstoffen. Keine fertigen Fleisch- und Wurstwaren. Keine Limonaden, Cola, Alkopops, kein Mineralwasser mit Kohlensäure. Wein und Bier zählen zu den Säurebildnern — in den ersten sechs Wochen nicht öfter als zweimal pro Woche zwei Deziliter Wein oder drei Deziliter Bier, und immer mit der gleichen Menge Wasser ausgleichen.

Was du vor dem Start einkaufen musst

Ich habe die Liste bewusst kurz gehalten. Von Anfang an brauchst du: Kartoffelvollmehl statt Weizenmehl oder Maisstärke, Bio-Gemüsebrühe statt Fleisch- und Hühnerbrühe, Bio-Butter statt Margarine, Bio-Sahne statt Kaffeerahm, Joghurt und Milch, Ur- oder Steinsalz statt raffiniertem Kochsalz, Bio-Senf. Nach und nach: kalt gepresste Öle, Birnendicksaft oder Ahornsirup statt Zucker, frische Kräuter statt Fertiggewürzmischungen, ungesalzene geschälte Mandeln, basische Kräutertees.

Das alles gibt es im Bioladen, im Reformhaus und inzwischen in jedem grösseren Supermarkt. Bio ist mir wichtig — nicht aus Prinzip, sondern weil du in diesen Wochen jeden Zusatzstoff weglässt, den der Körper nicht brauchen kann. Aber ich bin pragmatisch: Lieber Butter und Sahne aus dem Supermarkt als Margarine aus dem Bioladen.

So sieht eine Woche aus

Damit du ein Bild hast, die erste Woche aus meinem Buch, Tag für Tag:

Tag 1: Birne, Banane, Sahne. Mittags Feldsalat mit ein bis zwei Eiern. Abends Kartoffelauflauf. Tag 2: Apfel mit Sahne. Mittags Lollosalat, Pellkartoffeln, verschiedene Käse. Abends Zucchini-Basensuppe. Tag 3: Halbe Melone mit Sahne. Mittags Eisbergsalat mit Eiern. Abends Bratkartoffeln, Blumenkohl. Tag 4: Birne mit Sahne. Mittags Kopfsalat, Pilzragout, Rösti. Abends Basensuppe. Tag 5: Papaya mit Sahne. Mittags Endiviensalat, Raclette-Käse mit Pellkartoffeln. Abends Gurkensalat mit Eiern. Tag 6: Drei frische Feigen mit Sahne. Mittags Ofenfrites, Karotten, Rindsfilet, Kräuterbutter. Abends Petersilienkartoffeln, Fischfilet, Sahnesauce. Tag 7: Apfelomelett. Mittags Brokkoli mit Mandelplättchen, Salzkartoffeln. Abends Gurkensalat mit Eiern.

Jeden Tag als zweites Frühstück dieselbe Frucht klein, als Zvieri eine Banane. Du siehst: Rösti, Raclette, Rindsfilet mit Kräuterbutter, Fisch an Sahnesauce. Das ist die Neutralisationsphase. Wer das Diät nennt, hat noch nie eine gemacht.

Wenn du abnehmen willst, iss die Kartoffelspeise eher am Mittag und abends Eiweiss mit ein bis zwei Gemüsesorten. Und halte dich ab 16 Uhr mit dem Fett zurück — sparsam, nicht null.

Die Sache mit dem Jo-Jo

Wer selten Diäten gemacht hat, nimmt vom dritten Tag an kontinuierlich ab. Wer viele Crashkuren hinter sich hat, erlebt in den ersten Tagen etwas anderes: Der Körper hat gelernt, mit einem Minimum auszukommen, und bunkert Reserven, sobald wieder normal gegessen wird. Mit BodyReset nimmst du in diesen Tagen nicht zu, aber der Körper braucht fünf bis zehn Tage, um zu akzeptieren, dass Nahrung im Überfluss da ist. Dann erst lässt er los. Das ist der Grund, weshalb ich sage: Halte die 14 Tage durch, auch wenn die Waage am fünften Tag nichts zeigt.

Was ich nicht verspreche

Die Ernährungswissenschaft würde sagen: Du nimmst ab, weil du Brot, Pasta, Reis und Zucker weglässt — nicht wegen Säuren und Basen. Kann sein. Ich streite nicht darüber, warum es funktioniert. Ich sage dir, was ich in dreissig Jahren gesehen habe: Wer diese 14 Tage genau einhält, hat danach eine andere Beziehung zu seinem Essen. Und wer die Sahne weglässt, weil sie «fett» ist, bricht am vierten Tag ab.

Dein erster Schritt

Kauf heute ein: Kartoffeln, Bananen, zwei süsse Fruchtsorten, Salat, Gurken, Brokkoli, Zucchini, Eier, Käse, Bio-Butter, Bio-Sahne, Gemüsebrühe, stilles Wasser. Morgen früh: eine Birne, eine Banane, vier Esslöffel Sahne. Mehr brauchst du nicht, um anzufangen.

Häufige Fragen

Kann ich mit basischer Ernährung einfach so anfangen, ohne Vorbereitung? Ja. Du brauchst die Einkaufsliste oben und einen Tag Vorlauf. Ich empfehle, am Tag vor dem Start den Urin zu messen, damit du nach 14 Tagen vergleichen kannst — nötig ist es nicht.

Was esse ich zum Frühstück ohne Brot? Frucht mit Sahne, Frucht mit Käse, Frucht mit gekochtem Ei, Apfel- oder Bananenomelett, Rührei mit Sahne. Alle Varianten stehen im Artikel Basisches Frühstück.

Darf ich in den 14 Tagen Kaffee trinken? Bis zu drei Tassen, mit etwas Vollrahm — der Rahm puffert die Säure. Ohne Zucker; wer süssen will, nimmt Erythritol.

Was, wenn ich am Morgen keinen Hunger habe? Dann iss spätestens drei Stunden nach dem Aufstehen eine süsse Frucht und etwas Eiweiss. Damit startet die Verdauung. Wer abends Kartoffeln und Gemüse oder die Basensuppe isst, ist am Morgen normalerweise wieder hungrig.


Quellen: Jacky Gehring, «BodyReset – Das Erfolgsprogramm», Der Einstieg und Zutaten für die Küche (S. 74–78), Erster Schritt: Neutralisation (S. 79–81), Alkohol (S. 82), erlaubte Früchte, Salate und Gemüse (S. 85), Übersichtsplan und Menüpläne (S. 86–91), Jo-Jo-Effekt (S. 74), FAQ Frühstück (S. 116). Beilage «Die ersten vier Wochen».

Der vollständige 14-Tage-Menüplan mit allen Rezepten steht im Erfolgsprogramm. Was nach den 14 Tagen kommt, erkläre ich im Artikel Die drei Schritte der Methode. Die Frühstücksvarianten im Detail: Basisches Frühstück. Die Übersicht zum Einstieg: So startest du.