Ratgeber

Bio versus Mono: warum ich beim Einkauf nicht spare

Was Monokultur mit meiner Methode zu tun hat, wo Bio bei mir Pflicht ist — und wo ich pragmatisch bleibe

Holzkiste mit Bio-Gemüse, Äpfeln, Butter und Eiern auf einem Leinentuch

Was Monokultur mit meiner Methode zu tun hat, wo Bio bei mir Pflicht ist — und wo ich pragmatisch bleibe

Es gibt eine Frage, die mir bei jedem Vortrag gestellt wird, meist mit einem leicht vorwurfsvollen Unterton: «Muss das alles Bio sein? Das kann sich doch nicht jeder leisten.» Meine Antwort ist seit Jahren dieselbe: Betrachte deinen Körper als deinen besten Freund. Das Beste ist gerade gut genug für ihn. Und dann füge ich an, was viele nicht erwarten: Lieber Butter und Sahne aus dem Supermarkt als Margarine aus dem Bioladen.

Die Kurzfassung: In meiner Methode geht es darum, dem Körper nichts zuzumuten, was er nicht verarbeiten kann. Rückstände aus dem konventionellen Anbau gehören dazu — und sie sitzen genau dort, wo man uns sagt, die Vitamine seien: in der Schale, im vollen Korn. Deshalb kaufe ich Bio, schäle trotzdem, und lasse Vollkorn während der Entlastung weg. Mono steht für Monokultur: ein Feld, eine Pflanze, jedes Jahr, gehalten mit Pestiziden und Insektiziden. Bio steht für Fruchtfolge, Humus und Tiere, die sich bewegen dürfen.

Die Schale schützt die Pflanze — nicht dich

Man sagt, im vollen Korn und in der Schale von Früchten und Gemüsen sässen die meisten Vitamine und Mineralstoffe. Stimmt. Was man nicht dazusagt: Dort sitzen auch alle Abwehrstoffe der Pflanze gegen Frass und Fäulnis — und die Rückstände der Pestizide und Insektizide, mit denen Monokulturen behandelt werden. Mit Vollkorn, Vollreis, ungeschälten Früchten und rohem Gemüse essen wir das alles mit. Für den Darm ist das Arbeit, für den Stoffwechsel Belastung.

Meine Konsequenz im Buch: Früchte und Gemüse schälen und entkernen, Gemüse dünsten, und in den ersten Wochen kein Vollkorn. Das klingt nach dem Gegenteil von dem, was heute als gesund gilt. Ich bleibe dabei, weil ich es in der Praxis über Jahre so gesehen habe: Je einfacher ein Lebensmittel zu verdauen ist, desto mehr hat der Körper davon. Wie die Entlastung im Detail aussieht, steht im Artikel Die ersten 14 Tage.

Was Bio auf dem Feld bedeutet

Die Fruchtfolge, der Wechsel der angebauten Pflanzen, ist für den Biobauern das Wichtigste. Er achtet auf Pflanzennachbarschaften, die sich gegenseitig fördern und vor Schädlingen schützen. Der Boden wird mit Dünger von artgerecht gefütterten Tieren genährt — daraus entsteht der Humus, ohne den keine nährstoffreiche Pflanze wächst. In der Monokultur fehlt das alles: Die Pflanze wird mit Pestiziden und Insektiziden verteidigt, und die Rückstände davon essen wir mit.

Für meine Methode ist das kein Nebenthema. Ich sage in jedem Buch: Der Körper braucht basische Mineralstoffe, um Säuren abzupuffern. Ein Lebensmittel, das auf einem lebendigen Boden gewachsen ist, liefert sie. Eines, das nur schnell gross geworden ist, liefert Wasser und Kohlenhydrate. Deshalb steht bei mir «Mono» für alles, was industriell hergestellt und dabei seiner Vitalstoffe beraubt wurde — beim Getreide so gut wie beim Zucker und beim Salz. Zu den beiden habe ich eigene Artikel geschrieben: Süsse Früchte versus Industriezucker und Salz ist nicht gleich Salz.

Glückliche Nutztiere brauchen Platz

Eier, Fleisch, Butter und Käse aus Bio-Produktion stammen von Tieren, die im natürlichen Kreislauf von Nahrung, Wachstum und Bewegung leben. In der Mast werden Tiere teilweise mit Kunstfutter und Hormonen ernährt und mit Antibiotika krankheitsfrei gehalten; sie leiden unter Stress und Bewegungsarmut. Ich schreibe das nicht, um jemandem den Appetit zu verderben. Ich schreibe es, weil Eiweiss bei mir ein- bis zweimal täglich auf den Teller kommt — und dann soll es von einem gesunden Tier stammen. Beim Fisch gilt dasselbe: keine Zuchtfische, wenn es sich vermeiden lässt.

Wo Bio Pflicht ist — und wo nicht

In meiner Einkaufsliste steht «Bio» vor dem, was du täglich und in Menge isst oder was ohne Schale gegessen wird: Butter, Sahne, Eier, Milch, Joghurt, Gemüsebrühe, Senf, Öle, Kräuter, Tee. Bei Kräutertees ist es mir besonders wichtig, damit keine Spritzmittel das Teevergnügen trüben. Bei Früchten und Gemüse ist Bio die erste Wahl — und wenn es nicht geht, dann schälen, was sich schälen lässt.

Wo ich pragmatisch bleibe: Auch in Supermärkten gibt es inzwischen Eier, Käse, Butter, Sahne, Fleisch, Früchte und Gemüse aus kontrolliert biologischem Anbau. Du musst nicht in den Bioladen. Und wenn du zwischen einer konventionellen Butter und einer Bio-Margarine stehst, nimm die Butter — das natürliche Lebensmittel schlägt das verarbeitete, auch ohne Label.

Was bei mir gar nicht in den Korb kommt, egal mit welchem Siegel: Halbfertig- und Fertigprodukte mit Zusatzstoffen, fertige Wurstwaren, Limonaden. Werde ein kritischer Konsument. Lies das Kleingedruckte. Bio ist kein Freipass für Zucker und Aromen.

Was man mir entgegenhält

Die Ernährungswissenschaft sagt: Bio-Lebensmittel sind in ihrem Nährstoffgehalt nicht durchweg besser als konventionelle, die Rückstände im Handel liegen unter den Grenzwerten, und Vollkorn ist wegen seiner Ballaststoffe zu empfehlen.

Ich sage: Auch wenn Bio-Produkte etwas teurer sind — betrachte deinen Körper als deinen besten Freund, den du liebst und verwöhnst. Das Beste ist gerade gut genug für ihn. Zum Vollkorn: Die unverdaulichen Schalen und Körner belasten Darm und Verdauungswege, und mit ihnen essen wir die Abwehrstoffe der Pflanze und die Rückstände der Behandlung mit. In den Wochen, in denen der Körper loslassen soll, will ich ihm das nicht zumuten.

Dein erster Schritt

Geh heute deine Küche durch und ersetze fünf Dinge, die du täglich brauchst, durch Bio: Butter, Sahne, Eier, Gemüsebrühe, Tee. Das kostet pro Woche ein paar Franken mehr und ändert den Geschmack von allem, was du kochst. Beim Rest bleibst du, wo du bist — und schälst.

Häufige Fragen

Muss bei BodyReset alles Bio sein? Nein. Bio ist die erste Wahl, vor allem bei Butter, Sahne, Eiern, Milchprodukten, Brühe, Ölen und Tee. Wo es nicht geht: schälen, entkernen, dünsten. Lieber Butter aus dem Supermarkt als Margarine aus dem Bioladen.

Was bedeutet «Mono» im Titel? Monokultur — ein Feld, eine Pflanze, Jahr für Jahr, gehalten mit Pestiziden und Insektiziden. Im weiteren Sinn alles, was industriell hergestellt und seiner Vitalstoffe beraubt ist: Weissmehl, raffinierter Zucker, Kochsalz.

Warum schält Jacky Gehring Obst und Gemüse, obwohl die Vitamine in der Schale sitzen? Weil dort auch die Abwehrstoffe der Pflanze und die Rückstände der Behandlung sitzen. In der Entlastung soll der Darm nicht mehr Arbeit bekommen als nötig.

Ist Vollkorn bei BodyReset erlaubt? In den ersten Wochen nicht. Danach ja, in Massen und richtig kombiniert — nie zusammen mit Eiweiss.


Quellen: Jacky Gehring, «BodyReset – Das Erfolgsprogramm», Vollkornprodukte belasten Darm und Verdauungswege (S. 54), Der Wert biologischer Produkte (S. 62–65), Glückliche Nutztiere brauchen Platz (S. 63), Zutaten für die Küche (S. 74–78), Kräutertees (S. 78), Fertigprodukte (S. 78).

Die vollständige Einkaufsliste mit allen Bio-Alternativen steht im Erfolgsprogramm. Wie die Entlastung beginnt: Die ersten 14 Tage. Warum Zucker und Salz dieselbe Geschichte erzählen: Süsse Früchte versus Industriezucker und Salz ist nicht gleich Salz.