Wie viel du trinken sollst, was zählt und was nicht — und warum die Light-Limonade bei mir schlimmer wegkommt als das Glas Rotwein
Wenn ich in meinem Institut jemanden frage, wie viel er trinkt, kommt fast immer eine Zahl, die stimmt — und dann stellt sich heraus, dass Kaffee, Milch, Fruchtsaft und Cola light mitgezählt wurden. Das sind bei mir keine Getränke. Der Körper muss sie erst verdauen, bevor er ihre Flüssigkeit nutzen kann, und die meisten davon bringen mehr Säure mit, als sie Wasser liefern.
Die Formel, die ich seit meinem ersten Buch verwende: mindestens 0,03 Liter Wasser pro Kilo Körpergewicht. Bei 60 Kilo sind das 1,8 Liter, bei 80 Kilo 2,4 Liter — als Wasser oder basischer Kräutertee, über den Tag verteilt. Wer mit meiner Methode Erfolg haben will, braucht mindestens zwei Liter. Und das erste Glas gehört an den Morgen, direkt nach dem Aufstehen.
Wasser ist unser einziges Transportmedium
Etwa siebzig Prozent des Körpers bestehen aus Wasser. Es ist Bestandteil von Blut, Lymphe, Verdauungssäften und jeder Zelle, es löst und transportiert die Nährstoffe — und es transportiert die Abfälle ab. Die Lymphe ist unsere Müllabfuhr, und die Müllabfuhr fährt mit Wasser. Je mehr du trinkst, desto mehr kann sie mitnehmen. Trinken wir chronisch zu wenig, kann der Körper nicht ordentlich entsorgen.
Bereits ohne sportliche Anstrengung verlieren wir täglich zwischen einem und anderthalb Litern über Haut, Atem, Urin und Stuhl. Die müssen zurück, jeden Tag. Deshalb steht bei mir die Flasche stilles Wasser auf jedem Schreibtisch und in jeder Tasche — ein Liter, schadstofffrei, mit dabei, wo immer ich hingehe.
Das grosse Glas am Morgen nenne ich die Dusche von innen. Nachts baut der Körper am meisten Säure ab, die Leber entledigt sich ihrer Abfälle, und der Morgenurin ist entsprechend sauer. Mit dem ersten Glas spülst du das durch.
Was zählt — und was nicht
Zählen: stilles Wasser, stilles Mineralwasser, basische Kräuterteemischungen in Bio-Qualität, bis zu zwei Liter am Tag. Bio-Apfel-, Birnen- oder Traubensaft mit siebzig bis achtzig Prozent Wasser verdünnt. Basische Gemüsesäfte als Aperitif.
Nicht zählen: Limonaden, Cola, Eistee, Energy-Drinks — und ihre Light- und Zero-Varianten. Sie haben mit Flüssigkeitszufuhr nichts zu tun. Sie sind extrem säurebildend und dehydrierend: Sie führen nicht nur das Wasser ab, in dem sie gelöst sind, sondern verbrauchen zusätzlich Wasser aus dem Körper. Milch ist ein Nahrungsmittel, kein Getränk. Fruchtsaft pur ist zu viel Fruchtzucker auf einmal — deshalb verdünnt.
Und der Punkt, der am meisten überrascht: Mineralwasser mit Kohlensäure hat einen pH-Wert um 3. Ich zähle es zu den Säurebildnern, auch wenn es «nur Wasser» ist. In den ersten vier Wochen bitte ganz weglassen.
Zu den Light-Getränken noch ein Wort, weil viele glauben, sie seien die kluge Wahl: Der Geschmack «süss» im Gaumen bedeutet für den Körper immer Zucker. Vorsorglich beginnt die Bauchspeicheldrüse, Insulin zu produzieren. Da aber kein Zucker kommt, baut der Körper vorhandenen Zucker im Blut ab, der Spiegel sinkt — und du bekommst Heisshunger auf Süsses. Genau das Gegenteil von dem, was der Light-Trinker wollte.
Basentee ja, Entschlackungstee nein
Früher habe ich mit Entschlackungstees gearbeitet, Mischungen mit bis zu 49 Kräutern. Davon bin ich weggekommen, weil es oft Probleme gab. Diese Tees mögen wirken, wenn jemand normal isst. Zusammen mit der Umstellung auf basenüberschüssig wird der Körper aber überlastet: Er stellt gerade von Speichern auf Loslassen um, und wenn der Tee gleichzeitig noch mehr löst, wird er mit Abfall überflutet, der auch noch über Nieren und Blase ausgeschieden werden muss.
Deshalb empfehle ich heute Kräuterteemischungen, die als Basentee oder Basenmischung bezeichnet sind, immer in Bio-Qualität — damit keine Spritzmittel das Teevergnügen trüben. Und ich sage ausdrücklich: keine Entwässerungstees. Der Körper lässt überschüssiges Wasser von selbst los, wenn du ihn entlastest. Dasselbe gilt für Entwässerungskapseln: Sie zwingen die Nieren, Wasser auszuscheiden, das der Körper zur Säureverdünnung braucht.
Kaffee, Wein und Bier
Ich verbiete den Kaffee nicht. Bis zu drei Tassen am Tag, mit etwas Vollrahm — der Rahm puffert die Säure. Ohne Zucker; wer süssen will, nimmt Erythritol. Dasselbe gilt für Schwarz- und Grüntee. Kaffee zählt aber nicht zur Trinkmenge; er kommt dazu, nicht anstelle.
Wein und Bier zählen zum sauren Anteil einer Mahlzeit. Alkohol hemmt die Verbrennung von Fett aus der Nahrung — es wird nicht in Energie umgewandelt, sondern in die Depots abgeschoben. Deshalb Wein und Bier nur zu fettarmen, basenüberschüssigen Gerichten, und jedes Glas mit der gleichen Menge Wasser ausgleichen. In den ersten sechs Wochen nicht öfter als zweimal pro Woche zwei Deziliter Wein oder drei Deziliter Bier. Das Schnäpschen am Abend lässt du während der Kur weg — fast fünfzig Prozent Alkohol, das behindert den Fettstoffwechsel zu stark. Ein gutes Glas Rotwein ist mir lieber.
Welches Wasser
Jahrelang habe ich stilles Mineralwasser aus der Glasflasche gekauft und geglaubt, damit tue ich meinem Körper das Beste. Heute steht in meiner Küche ein Wasserionisierer, der aus Leitungswasser gefiltertes, basisches Aktivwasser macht, und ich trinke es direkt ab Gerät aus dem Glas. Für unterwegs fülle ich es in eine leichte, schadstofffreie Flasche ab. Ich spare damit Geld, Schlepperei und Abfall.
Ob du so weit gehst, ist deine Entscheidung. Was ich jeder Leserin ans Herz lege: stilles Wasser, nicht aus der PET-Flasche, wenn es sich vermeiden lässt — Glas, Edelstahl oder eine Flasche ohne Weichmacher. Und die Menge. Die Menge ist wichtiger als die Sorte.
Was die Wissenschaft sagt
Die Ernährungswissenschaft sagt: Der Körper hält den pH-Wert des Blutes selbst konstant, und die Magensäure neutralisiert ohnehin jedes «basische» Wasser, bevor es im Darm ankommt. Basisches Wasser sei deshalb wirkungslos, und die Trinkmenge richte sich nach Durst.
Zur Menge sage ich: Ich habe zu viele Menschen gesehen, die keinen Durst spüren und trotzdem zu wenig trinken. Die Formel 0,03 Liter pro Kilo ist mein Anhaltspunkt, damit niemand raten muss. Zum Aktivwasser sage ich: Ich beschreibe, was bei mir in der Küche steht und warum. Wer ohne auskommt, trinkt Leitungswasser und ist damit besser bedient als mit jeder Limonade.
Dein erster Schritt
Stell heute Abend ein grosses Glas Wasser neben das Bett. Morgen früh trinkst du es, bevor du irgendetwas anderes tust. Dann rechne: dein Gewicht mal 0,03. Das ist deine Tagesmenge. Füll sie in Flaschen ab und stell sie dorthin, wo du den Tag verbringst.
Häufige Fragen
Wie viel Wasser soll ich pro Tag trinken? Mindestens 0,03 Liter pro Kilo Körpergewicht — bei 70 Kilo also 2,1 Liter. Nur Wasser und basischer Kräutertee zählen.
Ist Mineralwasser mit Kohlensäure basisch? Nein. Es hat einen pH-Wert um 3 und zählt bei mir zu den Säurebildnern. In den ersten vier Wochen weglassen.
Darf ich Kaffee trinken? Bis zu drei Tassen am Tag, mit etwas Vollrahm und ohne Zucker. Kaffee zählt aber nicht zur Trinkmenge.
Was ist der Unterschied zwischen Basentee und Entschlackungstee? Basentee ist eine milde Kräutermischung, die den Körper nicht zusätzlich belastet. Entschlackungs- und Entwässerungstees lösen und treiben — genau das will ich in der Umstellung nicht, weil der Körper dann überflutet wird.
Quellen: Jacky Gehring, «BodyReset – Das Erfolgsprogramm», Bedürfnisse des Stoffwechsels (S. 18), Wasser als Transportmedium (S. 27), Süssstoffe (S. 51–52), Entwässerungskapseln (S. 54), Zweite Massnahme: Flüssigkeitszufuhr (S. 60–62), Das dürfen Sie trinken und Kräutertees (S. 78), Alkohol (S. 82, 116), Getränketabelle (S. 132). «BodyReset – Für Berufstätige», Wasser (S. 50). Beilage «Die ersten vier Wochen», Getränke.
Alle Regeln zum Trinken, die Getränketabelle und der 14-Tage-Plan stehen im Erfolgsprogramm. Wie die ersten zwei Wochen aussehen, in denen das Trinken am wichtigsten ist: Die ersten 14 Tage. Warum ich Zitronenwasser nicht als basisch einordne: Basische und säurebildende Lebensmittel.
